Schwangerschaft

Traumatisierungen in der Schwangerschaft können durch aktuelle Ereignisse entstehen oder durch schwangerschaftsbezogene Trigger reaktiviert werden. Nicht selten führen peripartale Traumata aufgrund der besonderen Vulnerabilität der Frau in dieser Lebensphase zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und als Folge ebendieser zu psychischen Belastungen wie Depressionen, Ängsten oder zu Bindungsstörungen zum Kind.

Eine frühzeitige therapeutische Unterstützung und traumasensible Schwangerschaftsbegleitung ist entscheidend, um langfristige Konsequenzen für Mutter und Kind zu minimieren.

Folgende Ursachen zählen zu den Risiken, die während der Schwangerschaft eine PTBS auslösen oder ein vorbestehendes Trauma wachrufen können:

  • Stress während der Schwangerschaft: Chronischer Stress (körperlich wie psychisch) in unserem schnelllebigen Alltag erhöhen dauerhaft die Werte der Stresshormone, welche die Plazentaschranke passieren und die kindliche Entwicklung ungünstig beeinflussen können. Dies kann (nebst vielen anderen Faktoren) ein Auslöser dafür sein, dass in der Schwangerschaft eine Entwicklungsverzögerung beim Kind festgestellt wird, es zu einer frühen Frühgeburtlichkeit kommt oder sich die werdenden Eltern sogar mit dem Tod eines Kindes während der Schwangerschaft konfrontiert sehen. Dies sind allesamt Situationen, welche die Eltern in eine emotionale Krise stürzen können und oft mit Ängsten sowie Überforderung und Ratlosigkeit einhergehen.
  • Vortraumatisierung: Bestehende Traumata diversen Ursprungs können durch die hormonelle und körperliche Veränderung, die thematischen Konfrontationen oder allfällig invasive Untersuchungen während der Schwangerschaft reaktiviert werden.
  • Akute Traumatisierung: Extreme Bedrohungen in der Schwangerschaft – etwa durch Unfälle, Gewalt oder sämtliche schwangerschaftsbezogenen Notfallsituationen – erfordern sofortige medizinische Abklärungen im Spital und spezifische professionelle Unterstützung. Psychische Folgen wie PTBS, Angststörungen und Depressionen sind möglich, weshalb im Nachgang baldige traumatherapeutische Begleitung notwendig sein kann, um wieder Stabilität sowie Sicherheit zu erlangen und den weiteren Schwangerschafts- oder Wochenbettsverlauf positiv erleben zu können.