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Seit vielen Jahren lege ich in meiner Arbeit als Hebamme den Hauptfokus auf die Förderung und Erhaltung der mentalen Gesundheit der von mir betreuten Frauen. Mit grossem Interesse habe ich mich deshalb in diesem Gebiet spezifisch weitergebildet und je länger je deutlicher die Sinnhaftigkeit darin erkannt, „meine“ Frauen schon frühzeitig in der Schwangerschaft kennenzulernen und sie dadurch vertrauensvoll, professionell sowie ganzheitlich während der gesamten peripartalen Zeit begleiten zu können.

Nach rund 17 Jahren im Beruf und mit viel Erfahrung (auch als Dreifach-Mama) bin ich heutzutage davon überzeugt, dass der Psyche gerade in der vulnerablen Phase des Mutter-Werdens besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Denn psychische Erkrankungen oder unverarbeitete, traumatische Erfahrungen in diesem Lebensabschnitt betreffen nicht nur die (werdende) Mutter, sondern das ganze Familiensystem – und das sogar transgenerational.

Die Hemmschwelle, bei seelischen Belastungen psychologische Hilfe aufzusuchen, ist allerdings auch heutzutage immer noch erstaunlich hoch und leider viel zu oft mit Stigma und Scham behaftet. Hinzu kommt, dass die Ressourcen und Unterstützung der Frau nach der Geburt oft knapp sind, und mit Baby alleine das Haus zu verlassen sowie einen geeigneten Therapieplatz zu finden, mit viel energetischem Aufwand und noch mehr Organisation verbunden ist. Kommt der erste Stein dann doch ins nötige Rollen, ist meist nochmals viel Geduld angesagt, denn die Wartelisten bei professionellen und spezialisierten Therapeuten sind oft lang – viel zu lang!

Und genau an diesem Punkt möchte ich zukünftig als Hebamme mit traumatherapeutischer Zusatzausbildung ansetzen: Nämlich niederschwellig bei der Prävention sowie der Verarbeitung von Geburten und Therapie von peripartalen Traumata Unterstützung zu leisten, und die Resilienz und schliesslich auch die psychische Gesundheit jeder von mir betreuten Mutter mit Rat und Tat zu stärken.