Partner*in und Angehörige

Diese Seite möchte ich speziell Dir als Partner*in oder angehörigen Person widmen.

Für den besseren Lesefluss der Homepage wird auf den meisten Seiten mehrheitlich die schwangere Frau oder Mutter als hauptbetroffene Person peripartaler Traumatisierung genannt. Mir ist es jedoch sehr wichtig zu betonen, dass auch das zweite Elternteil und/oder sämtliche Angehörige von einem Sekundärtrauma betroffen sein können und/oder die Situation, eine Mutter in der Zeit nach einem peripartalen Trauma zu begleiten, sehr herausfordernd sowie belastend sein kann. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir diese Worte aus dem Herzen sprechen und Dich in Deinem Empfinden bestätigen, dann möchte ich auch Dich mit meinem Angebot ansprechen und Dich ermutigen, Dich bei mir zu melden.

Das Sekundärtrauma
Das peripartale Sekundärtrauma ist ein reales und wichtiges Thema, über das auch heutzutage leider noch viel zu wenig gesprochen wird. Es entsteht, wenn jemand nicht selbst direkt betroffen ist, aber ein belastendes oder traumatisches Ereignis miterlebt oder mitempfunden hat. Beim Vater/der Partnerin kann dies zutreffen, wenn beispielsweise die Geburt als sehr stressig, schmerzhaft oder lebensbedrohlich (für Mutter und Kind) erlebt wurde oder akute, medizinische Notfälle (wie Notkaiserschnitt oder Reanimation des Neugeborenen) eingetreten sind. In diesen Situationen fühlen sich auch die Geburtspartner meist hilflos, ausgeliefert und ohnmächtig – und grosse Ängste um die Frau und/oder das Baby können diese Gefühle zusätzlich verstärken.

Problematisch ist an dieser Stelle die Tatsache, dass der Fokus nach der Schwangerschaft oder der Geburt meist auf Mutter und Baby liegt und gesellschaftliche Erwartungen wie „Als Vater musst du stark sein!“ nicht dazu beitragen, dass Männer von sich aus über ihre emotionalen Belastungen berichten mögen oder können.

Das ist schade und sollte aus meiner Sicht dringend anders verlaufen! Denn gerade das „Darüber-Sprechen“ kann helfen, dass die Geburt nachträglich gut verarbeitet und integriert werden kann. Diese Gespräche können mit der Partnerin oder mit guten Freunden stattfinden, oder aber auch in spezifischen Selbsthilfegruppen sowie mit Fachpersonen aus der Trauma- oder Psychotherapie erfolgen. Das Wichtigste ist, dass die eigenen Gefühle ebenso wie die der Mutter Raum einnehmen dürfen und mögliche Symptome eines Sekundärtraumas wahr und ernst genommen werden. Die körperlichen wie psychischen Reaktionen können der klassischen PTBS ähneln und sich wie folgt zeigen:

  • Wiederkehrende belastende Erinnerungen an das traumatische Erlebnis
  • Schlafprobleme oder Albträume
  • Reizbarkeit, Rückzug oder emotionale Taubheit
  • Schuldgefühle (Ich hätte mehr tun müssen!)
  • Vermeidung von Gesprächen über die Geburt
  • Neuauftretende Störungen in der Sexualität
  • Angst oder Stress beim Gedanken an ein weiteres Kind / eine weitere Geburt oder ans Spital

Weitere hilfreiche Informationen zum Thema Postpartale Depression und/oder Belastungsstörungen beim Vater/der Geburtspartnerin findest Du auf www.periparto.ch.

Professionelle Unterstützung solltest Du spätestens dann aufsuchen, wenn Deine Beschwerden länger als ein paar Wochen anhalten, sie Deinen Alltag oder Deine Beziehung zur Frau und/oder Kind beeinträchtigen und sich die Symptome mit der Zeit verschlimmern, anstatt zu bessern (siehe hierzu auch das Kapitel Übergang zur PTBS). Wenn Du unsicher bist, ob das bei Dir der Fall ist oder Du Dich gerne zu diesem Thema mit einer Fachperson austauschen möchtest, dann melde Dich bitte grosszügig bei mir – ich höre Dir gerne zu und zusammen werden wir herausfinden, was Dir gut tut und Dir weiterhelfen kann.


Die Begleitung der Frau nach einer peripartalen Traumatisierung
Wenn Du als Partner*in Deine Frau und Mutter Deines Kindes nach einem Trauma eng begleitest, so ist dies eine äusserst wichtige und gleichzeitig sehr anspruchsvolle Aufgabe. Ihr in dieser aufwühlenden Zeit Sicherheit zu vermitteln sowie Verständnis und Geduld zu zeigen spielen immer eine zentrale Rolle, aber auch das Achten auf Deine eigenen Ressourcen und Deine eigenen Grenzen soll keinesfalls vergessen gehen. Ein hilfreicher Leitsatz für Dich kann sein:

Ich muss und kann sie nicht heilen – ich darf sie begleiten..

In der ersten Rubrik meiner Homepage unter Trauma findest Du sehr ausführliche Informationen dazu, was während einer Traumatisierung passiert und welche Reaktionen sowie Folgen ein Trauma mit sich ziehen kann. Ergänzend dazu kann ich Dir die Webseite www.periparto.ch empfehlen, welche Dir ebenfalls wertvolle Auskunft rund um das Thema peripartale psychische Gesundheit liefert.

Das fundierte Wissen rund um die komplexen Vorgänge bei einer Traumatisierung kann Dir als auch Deiner Frau in einem ersten unverbindlichen Schritt dabei helfen, Druck aus der Situation zu kriegen und wieder Orientierung zu erlangen. Für weitere Hilfestellungen und Ratschläge, wie Du Deine Frau empathisch in ihrem individuellen Prozess unterstützen und ihr Stabilität in den Verarbeitungsphasen bieten kannst, darfst Du Dich jederzeit bei mir melden – ich bin sehr gerne mit Rat und Tat für euch beide da.